(Fast) alles über dein Riehl

Barbara Endres – Stationen einer Künstlerin
Das Talent wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt. „Schon mit zwei, drei Jahren habe ich angefangen, völlig altersuntypisch richtige kleine Kunstwerke zu zeichnen,“ erinnert sich Barbara Endres, Tochter eines Bezirksschornsteinfegermeisters. 1941 in Danzig geboren, kam sie 1948 mit Eltern und Bruder nach Köln. Dank ihrer großen Begabung konnte sie ein Graphikstudium an den damaligen Kölner Werkschulen beginnen. „Aber wegen einer fehlenden Handwerksausbildung bekam ich danach keine Anstellung als Werbegrafikerin. Das war damals leider so,“ bedauert die Künstlerin. Gefragt war ihre Kreativität dann als Plakatmalerin, Dekorateurin in Rosenthal-Studiohäusern und ab 1973 als Kunsterzieherin.

Danzig – Köln – Hannover – Köln
Mit dem Umzug nach Bordenau bei Hannover 1971 – bedingt durch den Beruf von Ehemann Wolfgang – kam Farbe in ihre Werke: „Bis dahin habe ich überwiegend in schwarz/weiß gezeichnet.“ An den Verkauf ihres ersten Werkes erinnert sie sich natürlich genau: „Es war 1974 auf der Herbstausstellung des Kunstvereins Hannover und die Collage hieß ‚Familienbild’“. Heute hängen Werke von ihr sogar in den USA. Freud und Leid prägten das Leben der zweifachen Mutter – und mittlerweile vierfachen Großmutter – in den Jahren in dem niedersächsischen 3.000-Seelen-Dorf. „Mein Mann war die ganze Woche im Außendienst, wir sahen uns nur am Wochenende,“ sagt sie mit einem weinenden Auge, während das lachende sich freut: „Ich hatte Zeit, mich künstlerisch weiterzuentwickeln, habe mir in Wald und Flur Inspirationen für meine Bilder geholt.“

2002 kehrt das Ehepaar Endres wieder ins geliebte Köln zurück. In den Jahren danach entstanden Collagen, die sich mit Witz und Hintersinn Kölner Motiven widmen. Ihre liebsten Inspirationen holt sie aus Feld, Wald und Wiese: „Ich bin ein Naturmensch. Im Umkreis von Köln habe ich mit meinem Mann schon alles abgewandert.“ Ihre Baum- und Landschaftsarbeiten sind filigrane und doch kraftvolle Kompositionen aus verfremdeten Fotos, Papiertexturen und Malstiften. „Ich verfolge kein bestimmtes Konzept,“ resümiert Barbara Endres, „sondern suche bewusst neue Techniken zum Ausprobieren. Meistens arbeite ich ein Thema durch, dann reift etwas Neues heran.“ Zur Zeit bringt sie die Eindrücke einer Rhodos-Reise auf groß-formatigem Karton. Und auch literarisch ist die Künstlerin unterwegs. Doch davon später.

www.atelier-barbaraendres.de
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